8. Kollektiver Samstag

Der kollektive Samstag in der Metzer Straße 20166007_937213746394323_5839995493532496884_n

Seit Januar ist das FAU Gewerkschaftslokal/Zentrum better days jeden ersten und dritten Samstag im Monat auf Initiative des Anarchistischen Forums OWL (afowl) geöffnet. Kollektiver Samstag! Kollektiv heißt gemeinschaftlich, alle umfassend. Wir wollen durch Zusammenarbeit andere Menschen kennenlernen, zum Austausch und weil wir alleine nicht handeln können.

Ab 10.30 Uhr stehen Lebensmittel vor der Tür, mittags wird zusammen gekocht und gegessen und am Nachmittag gibt es Kaffee oder Tee. Einerseits sollen uns die Nachbarn etwas besser kennenlernen, Hauptziel bleibt natürlich das politische Miteinander. Außerdem zeigen wir, wie sich mensch in einem Land der Überproduktion die Dinge nehmen kann, die sowieso allen gehören (sollten). Anders als die Tafel oder foodsharing-Gruppen möchten wir nicht nicht ausschließlich Bedürftige verpflegen oder Lebensmittel retten. Im Vordergrund steht das konsensorientierte Zusammensein, ein anarchistischer Mikrokosmos.

 

Die Vorbereitungen für den kollektiven Samstag beginnen bereits am Abend davor, wenn Mitglieder des afowl containern gehen oder sich im Laden ihres Vertrauens nach Lebensmitteln erkundigen, die das Mindesthaltbarkeitsdatum fast oder gerade überschreiten. Der Großteil der Beute kommt aber am Samstagvormittag vom Markt auf dem Kesselbrink. Die meisten Verkäufer*innen reagieren positiv, wenn wir nach Obst und Gemüse fragen, das nicht mehr verkauft werden kann. Und: Wir bekommen kaum abgelaufene Nahrung, sondern vor allem frische Produkte.

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Nachdem wir gemeinsam beschlossen haben, was wir kochen wollen, stellen wir die übrigen Lebensmittel in Kisten nach draußen zur freien Mitnahme. Dann wird geschnippelt, gerührt, gebraten, gekocht – Drei-Gänge-Menüs sind keine Seltenheit, genauso wenig wie unkomplizierte Tage mit Waffeln an Obstsalat und Eis. Zum Essen ist jeder eingeladen, vorheriges Mitkochen oder Abwaschen ist keine Pflicht (wird aber trotzdem geschätzt). Nach dem Essen: Hände waschen und in der Bibliothek stöbern, in der neusten DA oder Graswurzelrevolution blättern und bei Kaffee und Tee oder Bier und Saft gemeinsam über den restlichen Verlauf des Tages entscheiden. Zusammen (vor-)lesen, diskutieren, spielen (mit Hinblick auf kooperative Spiele), Filme gucken, Musik hören, jonglieren… – je nach Lust und Laune. Angedacht sind für warme Nachmittage sportliche Betätigungen, Kräuterwanderungen oder der Umzug in den Ravensberger Park. Kinder sind natürlich willkommen!

 

kosa3Wichtig ist für uns das Gemeinschaftliche, das heißt: das gemeinsame Kochen und Essen, das gemeinsame Diskutieren. Es geht nicht ausschließlich um die Verpflegung oder Verarbeitung von Abfallprodukten eines kapitalistisch orientierten Staatssystems, sondern vielmehr darum, miteinander einen anregenden Tag zu verbringen.

Das klingt vielleicht etwas trocken, denn selbstverständlich lässt sich solch ein famoser Tag kaum beschreiben. Deshalb: Komm‘ vorbei und sei dabei! Wir freuen uns über Anarchist*innen und Menschen, denen die Begriffe Anarchismus oder Anarchosyndikalismus (noch) wenig geläufig sind.

Der Kollektive Samstag findet an jedem 1. und 3. Samstag im Monat
in der Metzer Straße 20 ab 10:30 Uhr statt.

Die nächsten Termine:

21. Mai

04. Juni

18. Juni

02. Juli

14. Juli

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